Die Raumverwaltung

Die Parkposition

Im Zusammenleben mit Hund geht es sehr viel um Raumverwaltung und dem Zuweisen von RĂ€umen – sei es das klassische Bleib, die LeinenfĂŒhrigkeit oder gar der RĂŒckruf – alles ist Raumverwaltung. Deshalb ist es wichtig, dass du mit deinem Hund ĂŒber RĂ€ume einnehmen und halten „sprichst“. Viele Dinge im Alltag werden einfacher und die Beziehung zwischen dir und deinem Hund verĂ€ndert sich.

Hunde untereinander fordern hĂ€ufig RĂ€ume beim anderen ein. Manche Hunde fordern Raum ein, indem sie andere auf Abstand halten. Es gibt Hunde, die vertreiben jeden Vierbeiner aus ihrem Raum, wenn diese unhöflich die Indivdualdistanz unterschritten haben. RĂ€ume sind fĂŒr Hunde sehr wichtig. Vielleicht hat dein Hund auch bei dir schon einmal Raum eingefordert. Überlege noch einmal in Ruhe wann dein Hund dich vielleicht eingeschrĂ€nkt hat oder wo dein Hund deinen Raum verwaltet und dir eine Grenze zieht. 

Hunde mĂŒssen nicht lernen sich uns anzuschließen. Es sind wir Menschen, die das FĂŒhren lernen mĂŒssen.

Ursula Löckenhoff

Raumverwaltung bedeutet, dass du entscheidest, bis wohin dein Hund sich in gewissen Situationen bewegen darf oder eben auch nicht. Du nutzt dabei kein verbales Kommando, um deinem Hund zu sagen, was er machen soll, sondern du nutzt Raumverwaltung um ihm zu sagen, was er lassen soll. Ohne Kommando, ohne Kekse – dein Hund lernt, dass er dir vertrauen kann und dass du alle Situationen im Griff hast und er sich entspannen kann. Ein Kommando oder ein Keks fĂŒhrt zu einer hohen Erwartungshaltung bei deinem Hund und somit zu innerer Anspannung, das Gegenteil von dem was du deinem Hund eigentlich schenken möchtest – Entspannung.

Auch die Parkposition aus der letzten Stunde ist eine Raumverwaltung. Und diese werden wir mit der Übung „Der Boden ist Lava“ weiter ausbauen und festigen.

Du nimmst dir eine Decke oder eine Unterlage und fĂŒhrst deinen Hund auf die Decke. Ob dein Hund auf der Decke liegt, steht oder sitzt bleibt dir ĂŒberlassen. Es kann dir „egal“ sein, Hauptsache dein Hund bleibt auf der Decke. Hier lernst du deinen Hund ein wenig genauer kennen. Ist er diskussionsfreudig, dickköpfig, kreativ, schnell frustriert, 
 Vielleicht siehts du auch, dass dein Hund hartnĂ€ckiger ist als gedacht. Dein Hund wird vermutlich lĂ€nger in der Diskussion bleiben als erwartet, auch wenn du bereits denkst, dass es geklĂ€rt ist, wird der ein oder andere Hund erneut in die Diskussion mit dir gehen.

Ebenfalls kannst du deinem Hund mit dieser Übung ruhig und entspannt erklĂ€ren, dass du es so meinst, wie du es meinst und es nicht zur Diskussion freigegeben ist. Dein Hund darf gerne nachfragen, aber du erklĂ€rst ihm ruhig und souverĂ€n, dass du dran bleibst und du zuverlĂ€ssig bist. 

 

Der Boden ist Lava

Dein Hund lernt dich als verbindlich und konsequent kennen und lernt auch, dass er loslassen kann und entspannen, da du dich um den Raum kĂŒmmerst.

Die Verbindlichkeit ist im Alltag hĂ€ufig ein Problem und es ist utopisch zu glauben, dass wir als Menschen immer konsequent sein können, vor allem, wenn wir es bis jetzt eher noch nicht war. Diese Übung ist ein erster Schritt in diese Richtung.

Diese Übung ist, so wie die Parkposition, eine gute VorĂŒbung fĂŒr die LeinenfĂŒhrigkeit, den Freilauf und den RĂŒckruf.

In der LeinenfĂŒhrigkeit weist du deinem Hund ebenfalls einen Raum zu, direkt an deinem Bein oder in der NĂ€he deiner Beine. Dieser Raum bewegt sich zwar, aber die Position des Hundes zu dir sollte sich nicht verĂ€ndern. Auch fĂŒr den Freilauf gibt es einen Umkreis, einen Raum, den dein Hund nicht verlassen soll. Und beim RĂŒckruf weist du deinem Hund einen Raum zu den er aufsuchen soll, der Raum ist direkt bei dir.

„Der Boden ist Lava“ ist eine BasisĂŒbung, die dir in ihren GrundzĂŒgen immer wieder im Alltag mit deinem Hund begegnen wird. Diese Übung legt den Grundstein fĂŒr die LeinenfĂŒhrigkeit und auch fĂŒr den RĂŒckruf.

 

Der Boden ist Lava – Erster Trainingsschritt

Du benötigst: Decke / Unterlage

Du fĂŒhrst deinen Hund auf die Decke. Alle Körperteile deines Hundes sollen auf der Decke sein. Es ist dabei nicht wichtig, ob dein Hund steht, sitzt oder liegt. Die meisten Hunde werden sich nach einer Weile von alleine hinlegen.
Bewegt dein Hund sich von der Decke runter, bringst du ihn ohne Worte wieder auf die Decke. Sollte auch nur eine Pfote ein wenig neben die Decke gerutscht sein, legst du auch diese wieder zurĂŒck auf die Decke.

Wenn dein Hund entspannt auf der Decke ist, dann, aber auch wirklich erst dann, kann eine „runtergerutschte“ Pfote auch neben der Decke sein.

Wiederhole diese Übung mehrfach am Tag zunĂ€chst in entspannter und ruhiger Umgebung. Wenn dein Hund schnell zur Ruhe kommt und sich entspannt, dann kannst du diese Übung in einer Umgebung mit mehr Außenreizen machen.

Der Boden ist Lava – Zweiter Trainingsschritt

Dieser Hund diskutiert auf einer ganz feinen Ebene mit ihrem Menschen. Die Pfote, die sich immer wieder von der Decke bewegt ist kein Zufall.

Das Training fand in einer Hundegruppe statt.

Du benötigst: Decke / Unterlage und Leckerlies

Dein Hund kommt schnell zur Ruhe auf der Decke und entspannt sich auch in einer Umgebung mit mehr Außenreizen, dann erhöhen wir jetzt die Reize. Du legst außerhalb der Decke ein paar „langweilige“ Leckerlies aus und dein Hund darf diese Leckerlies nicht fressen, auch nicht daran schnuppern 😉 Wenn dein Hund nicht mehr an die Leckerlies möchte, dann nimmst du diese wieder hoch und steckst sie weg. Dann lĂ€sst du deinen Hund noch einen Moment auf der Decke. Erst dann holst du ihn mit einem Freigabesignal von der Decke.

Das Freigabesignal

Dieses Signal nutzt du, um deinem Hund zu sagen, dass die vorherige Situation nun beendet ist, z.B. wenn dein Hund von der Decke aufstehen darf. Auch spĂ€ter, wenn dein Hund aus der LeinenfĂŒhrigkeit in den Freilauf darf, benötigst du das Freigabesignal.

Achte darauf, dass dein Signal nicht zu freudig ist, du möchtest nicht, dass dein Hund explosionsartig davon stĂŒrmt. Wichtig ist es, dass du zunĂ€chst auf die Kooperation deines Hundes wartest, bevor du das Freigabesignal gibst.

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Teilen macht es immer (noch) besser 😉

Ich freue mich auf nÀchste Woche.

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