Die Leinenführigkeit

Bevor wir mit der Leinenführigkeit überhaupt starten können, ist es wichtig, dass du dir genau überlegst, wie die Leinenführigkeit für dich aussehen soll.

Geht dein Hund links oder rechts von dir? Ist es dir wichtig oder ist es dir egal?
Ist die Schulter neben deinem Bein oder die Nasenspitze?
Was darf dein Hund, wenn du mit ihm leinenführig gehst? Ist Schnüffeln und Pinkeln erlaubt?

Meine Hunde sollen neben mir gehen (Seite situationsabhängig); bei Ouzo ist es die Schulter, die neben meinem Bein sein sollte bis max. Ende der Rippen und bei Pixel reicht mir der Hintern neben meinem Bein. Schnüffeln und Pinkeln dürfen sie nicht. Sie sollen sich voll und ganz auf mich konzentrieren ohne Ablenkung.

Schnüffeln und Pinkeln würde ich in der Lernphase der Leinenführigkeit nicht erlauben, damit dein Hund sich voll und ganz auf dich konzentrieren kann. Zum Schnüffeln und Pinkeln ist das orientierte Gehen geeignet.

Verbindlichkeit & Nähe

Bereits in der Statik hast du dich mit dem Thema Verbindlichkeit auseinandergesetzt. Ohne Verbindlichkeiten geht es in einem entspannten Zusammenleben mit Mensch und Hund nicht. Du hast Regeln aufgestellt und musst dich selbst verbindlich an diese halten. Und du musst auf deinen Hund achten, dass er sich an diese Regeln, die du ihm erklärt hast, hält. Die meisten Hunde haben kein Problem mit menschlicher Nähe, zumindest nicht mit der Nähe ihres Menschen. Sie klettern uns auf den Schoß, springen uns an, stecken ihre Nasen zwischen unsere Beine oder in unsere Taschen. All das geht zu ihren Bedingungen. Oftmals, wenn du als Mensch die Nähe deines Hundes einforderst, steigt der Hund aus und findet Nähe zu dir auf einmal „unerträglich“. Er windet sich raus, bleibt auf Armeslänge Abstand oder kommt gar nicht erst so dicht, dass du ihn anfassen kannst. 

Aber du, als Mensch deines Hundes, solltest diese Nähe einfordern können. Nicht nur, weil es gut für den entspannten Hund, der zuhört ist. Auch in Situationen, z.B. beim Tierarzt ist es wichtig, dass du deinen Hund verbindlich halten kannst und er diese Nähe aushält. Dein Hund muss diese Nähe nicht lieben, aber bei/mit seinem Menschen muss er diese Nähe aushalten lernen.

Ich beschreibe hier den „normalen“ Hund. Über sehr ängstliche oder aggressive Hunde, die eine Menschenproblematik bzw. eine Menschennäheproblematik haben, müssen wir dann ggf. noch einmal in Einzelstunden sprechen. 

Die Ansprache

Einfach losgehen und den Hund über die Leine „mitzerren“ ist oftmals der normale Alltag für unsere Hunde. Wir sind in unseren Gedanken versunken und wollen schnell von A nach B und unsere Hunde sollen mal eben schnell mitkommen.

Wir wünschen uns von unserem Hund Aufmerksamkeit und Orientierung, da ist es nur fair, wenn du ihm mitteilst, dass nun eure gemeinsame Zeit in voller Konzentration beginnt.
Du forderst von deinem Hund höchste Konzentration auf dich, dann musst du auch höchste Konzentration vorleben.

Die Ansprache besteht aus

  • Namen sagen
  • Blick zum Hund wenden / ins Gesicht schauen
  • Gewicht auf den Fuß neben dem Hund verlagern

anschließend öffnet sich die Gegenschulter und dein Blick führt dahin, wo du hin möchtest bzw. dorthin wo dein Hund sich bewegen soll.

Diese Ansprache haben wir bereits im „Eigentlich, aber“ Kurs geübt und verfeinert. 

Zuhören und dranbleiben – Konzentration mit Ablenkung

Der größte „Feind“ der Leinenführigkeit ist die Ablenkung. Sei es ein anderer hund, Menschen oder gut riechende Pipistellen. 

Um die Leinenführigkeit zu festigen und um diese im Alltag zu jeder Zeit einfordern zu können, müssen wir unseren Hunden in Stellvertreterkonflikten das gewünschte Verhalten zeigen. 

Stellvertreterkonflikte und 

Durch die hohen Außenreize ist es für diesen Hund zur Zeit noch nicht möglich sich auf das feine Gespräch mit seinem Menschen einzulassen. Das Ohrenspiel nimmt alle Reize war und auch seine Blicke sind noch aufs Außen gerichtet. Ganz kurz nimmt der Hund den Blick zu seinem Menschen auf.
Auf keinen Fall darf hier der Hund herumgezogen werden. Dann halte deinen Hund lieber noch etwas länger und gebe ihm die Chance sich ganz auf dich einzulassen.

Auch in dieser Aufnahme sieht man sehr gut, dass der Hund zwischen Außen und dem Gespräch mit seinem Menschen wechselt. Das Zucken bei Sekunde 53 ist mir geschuldet, da ich in dem Moment um die beiden herumgehe und er hier ganz kurz komplett ins Außen geht.
Es ist eine Beziehungsarbeit, dass der Hund sich komplett in die Hände seines Menschen begibt und gerade für diesen Hund ist die Abgabe der Kontrolle sehr schwer.
Ich persönlich kann das gut verstehen, ich neige ja auch eher zum Kontrolletti 😉

Hier ist einmal die ganze Sequenz zu sehen. Links, rechts, zurück und vor. 

Sollte eine Bewegung mit deinem Hund nicht möglich sein, kannst du zunächst auch das miteinander Pendeln als Zwischenschritt machen. Dabei pendelst du leicht vom linken Fuss auf den rechten Fuss, langsam und nur ganz wenig. -Du hältst deinen Hund dabei in der Frontalen fest und überträgst die Bewegung über deine Hände auf deinen Hund. Auch hier gilt, nicht zerren und den Hund in die Bewegung zwingen. Dein Hund soll sich dir freiwillig anschließen. 

Fragen? Freude über gelungenes Training? Dann schnell in die WhatsApp Gruppe und raus damit.
Teilen macht es immer (noch) besser 😉

Ich freue mich auf nächste Woche.

Denke bitte daran, alle Texte, Fotos und Videos gehören in diesen Kurs. Es ist verboten sie zu teilen, anderen zu zeigen und sie zu verbreiten!

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